Pflegeheim-Kosten 2026: Eigenanteil und Finanzierung
Wie hoch ist der Eigenanteil im Pflegeheim, was übernimmt die Pflegekasse und wann hilft das Sozialamt? Hier finden Sie die aktuellen Leistungsbeträge und eine verständliche Kostenübersicht.
Wie setzen sich die Kosten zusammen?
Die monatlichen Kosten eines Pflegeheims bestehen aus vier Bestandteilen:
Pflegekosten (einrichtungseinheitlicher Eigenanteil, EEE)
Der Anteil der pflegebedingten Aufwendungen, den die Pflegeversicherung nicht abdeckt. Innerhalb einer Einrichtung ist dieser Betrag für Pflegegrad 2 bis 5 grundsätzlich gleich.
Unterkunft und Verpflegung
Dazu zählen unter anderem Zimmer, Heizung, Reinigung und Mahlzeiten. Diese Kosten werden nicht durch den Leistungszuschlag reduziert.
Investitionskosten
Einrichtungsspezifische Kosten für Gebäude und Ausstattung. Je nach Bundesland kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Förderung möglich sein.
Ausbildungsumlage
Die Kosten der Pflegeausbildung werden ebenfalls anteilig auf die Bewohnerinnen und Bewohner umgelegt.
Bundesweiter Vergleichswert
Im ersten Aufenthaltsjahr lag die durchschnittliche Eigenbeteiligung laut vdek zum 1. Juli 2026 bundesweit bei 3.364 Euro pro Monat. Der konkrete Betrag kann je nach Einrichtung und Bundesland deutlich abweichen. Maßgeblich ist immer das aktuelle Preisblatt des jeweiligen Pflegeheims.
Zuschuss der Pflegekasse
Die Pflegekasse zahlt je nach Pflegegrad einen monatlichen Zuschuss für stationäre Pflege:
| Pflegegrad | Zuschuss/Monat |
|---|---|
| Pflegegrad 1 | 131 EUR |
| Pflegegrad 2 | 805 EUR |
| Pflegegrad 3 | 1.319 EUR |
| Pflegegrad 4 | 1.855 EUR |
| Pflegegrad 5 | 2.096 EUR |
Der Leistungszuschlag (seit 2022)
Zusätzlich zum Pflegekassenzuschuss erhalten Bewohner einen Leistungszuschlag, der den pflegebedingten Eigenanteil reduziert. Er steigt mit der Aufenthaltsdauer:
15 %
1. Jahr
30 %
2. Jahr
50 %
3. Jahr
75 %
Ab 4. Jahr
Der Zuschlag gilt ausschließlich für den pflegebedingten Eigenanteil einschließlich Ausbildungskosten, nicht für Unterkunft, Verpflegung oder Investitionskosten.
Hilfe zur Pflege (Sozialhilfe)
Wenn Einkommen und Vermögen nicht ausreichen, können Sie beim örtlichen Sozialamt "Hilfe zur Pflege" nach SGB XII beantragen. Voraussetzungen:
- Eigenes Vermögen unter dem Schonbetrag (ca. 10.000 EUR für Alleinstehende)
- Einkommen reicht nach Abzug des Freibetrags nicht für den Eigenanteil
- Ehepartner hat ebenfalls kein ausreichendes Einkommen/Vermögen
Angehörigen-Entlastungsgesetz (seit 2020)
Kinder werden erst ab einem eigenen Bruttojahreseinkommen von über 100.000 EUR zum Elternunterhalt herangezogen. Für die große Mehrheit der Familien entfällt damit die Unterhaltspflicht.
Weitere Fördermöglichkeiten
- Entlastungsbetrag: bis zu 131 EUR/Monat für alle Pflegegrade. Kann für Betreuungsleistungen, Haushaltshilfe oder Tagespflege genutzt werden.
- Kurzzeitpflege: bis zu 1.854 EUR für maximal acht Wochen. Zusammen mit der Verhinderungspflege steht 2026 ein flexibler Jahresbetrag von bis zu 3.539 EUR zur Verfügung.
- Wohngruppenzuschlag: monatlicher Zuschuss für ambulant betreute Wohngruppen; die Pflegekasse prüft die Voraussetzungen.
- Pflegewohngeld: Einige Bundesländer (z.B. NRW, Schleswig-Holstein) übernehmen unter bestimmten Voraussetzungen die Investitionskosten. Antrag beim örtlichen Sozialamt.
Stand: August 2026. Quellen: Bundesgesundheitsministerium und vdek.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der Eigenanteil im Pflegeheim?
Der Eigenanteil variiert je nach Einrichtung, Bundesland und Aufenthaltsdauer. Im ersten Aufenthaltsjahr lag die durchschnittliche Eigenbeteiligung zum 1. Juli 2026 bundesweit bei 3.364 Euro pro Monat. Sie umfasst den einrichtungseinheitlichen Eigenanteil einschließlich Ausbildungskosten, Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten.
Muss ich mein Vermögen für das Pflegeheim aufbrauchen?
Wenn das eigene Einkommen und Vermögen nicht ausreicht, springt die Sozialhilfe ein. Seit 2020 werden Kinder erst ab einem Bruttojahreseinkommen von 100.000 EUR zum Unterhalt herangezogen (Angehörigen-Entlastungsgesetz). Ein Schonvermögen von ca. 10.000 EUR bleibt unberührt.
Was ist der Leistungszuschlag?
Die Pflegekasse reduziert den pflegebedingten Eigenanteil abhängig von der Aufenthaltsdauer: um 15 Prozent im ersten Jahr, 30 Prozent im zweiten Jahr, 50 Prozent im dritten Jahr und 75 Prozent ab dem vierten Jahr. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten werden dadurch nicht reduziert.
Kann ich Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege kombinieren?
Ja. Seit Juli 2025 steht für Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege ein gemeinsamer Jahresbetrag zur Verfügung. 2026 können Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 bis 5 daraus insgesamt bis zu 3.539 Euro flexibel für beide Leistungen einsetzen.